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Der SV Meppen gratuliert: Hans Lübbers wird heute 85

vor 39 Minuten
4 Min. Lesezeit

Foto: Uli Mentrup
Foto: Uli Mentrup

Der fußballerische Weg hat ihn von einer Messdienermannschaft in Tinnen bis zum VfL Wolfsburg in die Regionalliga geführt. Die Liga, die zu seiner aktiven Zeit noch der Unterbau der Bundesliga war. Eine wichtige Station dahin war der SV Meppen, für den er fünf Jahre gespielt hat und ebenfalls den Aufstieg in die Regionalliga schaffte. Hans Lübbers wird am heutigen Donnerstag 85 Jahre alt.


Ab 1950 kickte Lübbers bei den Messdienern, die Freundschaftsspiele austrugen. Mit einigen anderen Spielern aus Tinnen verstärkte er die C-Jugend von Emmeln, die prompt

Meister wurde. Die Emmelner hätten zur Belohnung ein Trikot erhalten, die Kicker aus Tinnen einen Fußball. Im zweiten B-Jugendjahr wechselte er zum TuS Haren. Mit den A-Junioren wurde er als Mannschaftskapitän Kreismeister gegen den SV Meppen. Zweimal, so erinnert sich Lübbers, reichte es zum Titel. Er wurde zur Kreisauswahl unter Trainer Hans Bromund eingeladen. Später kickte er für die Bundeswehrauswahl.


1961 kam Lübbers zum SV Meppen. Das Team von Trainer Gerd Timmer war gerade in die Weststaffel der Amateuroberliga Niedersachsen aufgestiegen. Meppen startete mit einem Kader mit einem Durchschnittsalter von 21,4 Jahren in die Saison. Zwölf Spieler waren 20 Jahre oder jünger. Beim 6:0 gegen Emden stand Lübbers erstmals in der Startelf. Beim 4:3 Mitte Dezember gegen Olympia Wilhelmshaven schoss er den Siegtreffer, sein erstes Punktspieltor für die Blau-Weißen, das eine Serie von sieben Niederlagen beendete. In der Saison folgten sechs weitere, 1962/63 waren es 14.


Der SVM schaffte im Sommer 1962 als Drittletzter den Klassenerhalt. Unter dem neuen Trainer Horst Witzler folgte der sechste Platz und nach einem dramatischen Endspurt 1964 die Meisterschaft: Der SVM gewann neun der letzten zehn Partien. Sechs Spieltage vor Saisonende betrug der Vorsprung von Olympia Wilhelmshaven noch sechs Zähler. Am Ende wiesen beide Kontrahenten 42:14 Punkte auf.


Teamfoto von 1969/70 mit hinten v.l.: Hubert Hüring, Georg Rocks, Helmut Kaiser, Hans Lübbers, Manfred Mogge, Bernd Kaiser, Heinz Tappel, Christel "Issy" Balzen, Gerd Sand, Trainer Hermann Michel sowie Heinz-Georg Büter, Eberhard Strauch, Hans Niemann, Udo Seidel und Karl-Heinz Altgilbers. Foto: Archiv Vinke
Teamfoto von 1969/70 mit hinten v.l.: Hubert Hüring, Georg Rocks, Helmut Kaiser, Hans Lübbers, Manfred Mogge, Bernd Kaiser, Heinz Tappel, Christel "Issy" Balzen, Gerd Sand, Trainer Hermann Michel sowie Heinz-Georg Büter, Eberhard Strauch, Hans Niemann, Udo Seidel und Karl-Heinz Altgilbers. Foto: Archiv Vinke

„Vor dem letzten Spieltag waren wir Dritter. Aber Olympia Wilhelmshaven und Wilhelmshaven 05 haben sich gegenseitig die Punkte abgenommen. Hätte einer von beiden gewonnen, wäre er Meister gewesen“, beschreibt Lübbers den Thriller. Mit Germania Wilhelmshaven spielte noch eine weitere Elf vom Jadebusen in der Liga.


Beim Entscheidungsspiel am Oldenburger Donnerschwee schoss Rekordtorjäger Gerd Sand das entscheidende 1:0 gegen Olympia. Meppen rückte in die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord. Doch die Tormaschine produzierte nicht so effektiv wie in der Liga (85). In den ersten vier Partien fiel kein Treffer. Der erste Sieg gelang danach bei Leu Braunschweig (6:5). Die Emsländer belegten Platz drei hinter Raspo Harburg sowie dem VfL Oldesloe.


Vor dem Sieg in Braunschweig wurde Lübbers beim Warmmachen von Spähern des VfL Wolfsburg angesprochen. „Die suchten einen Außenstürmer“, erklärt der Spieler, der beste Voraussetzungen mitbrachte. Er war pfeilschnell: Bei der Bundeswehr wurde über 100 Meter eine Zeit von 11,3 Sekunden gestoppt. „Ich konnte jedem Verteidiger weglaufen, auch im Antritt.“ Und beidfüßig, er konnte präzise Flanken mit dem linken und dem rechten Fuß schlagen. Das brachte sich Lübbers selbst bei: In der achten Klasse hatte er ein Überbein, das ihm rechts Schmerzen bereitete. Also schoss er den Ball daheim mit dem linken Fuß immer wieder an die Wand.


„Irgendwann hatte ich den Dreh raus“, war er erleichtert. „Denn ich wollte weiter Fußballspielen.“ In Meppen spielte er meist auf der linken Seite. Seine Flanken nutzte Mittelstürmer Gerd Sand ein ums andere Mal. Später in Wolfsburg profitierte VfL-Rekordtorjäger Wilfried Kemmer davon.


Den Wechsel nach Wolfsburg machte sich Lübbers nicht leicht. Doch der Verein lockte mit einem Arbeitsplatz beim Volkswagenwerk. Auch deswegen sagte er zu. Für den VfL bestritt er bis 1969 über 100 Pflichtspiele und schoss 18 Tore. Vor dem Training musste er allerdings seine normale Arbeitszeit leisten. Es wurde häufiger trainiert, die Fahrten zu den Spielen waren in der Klasse direkt unter der Bundesliga weiter. Dann begann der gelernte Maschinenschlosser noch eine Ausbildung zum Techniker.


In der Saison 1968/69 kehrte Lübbers nach längerer Reamateurisierungspause zum SVM zurück. Sein Comeback gab er beim 5:1 gegen den 1. FC Wolfsburg. Trotz sieben sieglosen Spielen im Frühjahr 1970 qualifizierte sich Meppen als Fünfter erneut für die Aufstiegsrunde zur Regionalliga. Die Amateure von Eintracht Braunschweig und Hannover 96 waren nicht aufstiegsberechtigt. Das Team von Trainer Hermann Michel belegte hinter SC Sperber den zweiten Platz vor Union Salzgitter und SV Friedrichsort und bekam eine zweite Chance in der einfachen Qualifikationsrunde mit dem anderen Gruppen-Zweiten Polizei SV Bremen und dem Vorletzten der Regionalliga, ASV Bergedorf 85.


Der SVM verlor das erste Spiel in Bergedorf 0:2. Weil Bergedorf in Bremen 1:2 unterlag, mussten die Emsländer gegen Bremen mit mindestens vier Toren Unterschied gewinnen, um in die zweithöchste Liga aufzurücken. Lübbers schoss beim maßgeschneiderten 5:1 den dritten Meppener Treffer. 2500 Zuschauer feierten bei Blitz und Donner den Aufstieg. Ein Höhepunkt in der Laufbahn von Lübbers, der nach seiner Zeit beim SVM (1971) noch Spielertrainer beim VfB Fallersleben, beim VfL Wetmershagen und beim Heimatverein DJK Tinnen war. Trainiert hat er auch die C-Jugend und die Fußballerinnen in Tinnen. Zudem spielte er bei den Alten Herren.

 
 
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