Das DFB.de-Interview mit Alexandra Emmerling


Das DFB.de-Interview mit Alexandra Emmerling


Meppens Angreiferin Alexandra Emmerling: "Genieße Rolle als Gejagte"


In der 2. Frauen-Bundesliga beginnt für Tabellenführer SV Meppen am Sonntag (ab 11 Uhr) mit der Partie beim Neuling SV 07 Elversberg die Rückrunde. Angreiferin Alexandra Emmerling, die mit acht Treffern die interne Torschützenliste anführt, will mit dem Team zurück in die FLYERALARM Frauen-Bundesliga. Im DFB.de-Interview spricht die 22-Jährige mit Mitarbeiter Peter Haidinger über das große Ziel.


DFB.de: Der SV Meppen hat sich in der 2. Frauen-Bundesliga als Herbstmeister in die Winterpause verabschiedet. Wie sehr fiebern Sie den Rückrundenstart am Sonntag beim Aufsteiger SV 07 Elversberg entgegen, Frau Emmerling?


Alexandra Emmerling: Die Vorbereitung war jetzt wirklich lang genug. (lacht) Wir sind alle heiß, dass es endlich wieder um Punkte geht. Die Vorfreude auf die Rückrunde ist im gesamten Team spürbar.


DFB.de: Wie haben Sie sich während der Trainingspause fitgehalten?


Emmerling: Alle Spielerinnen hatten in der Winterpause Vorbereitungspläne mit nach Hause bekommen. Seit Mitte Januar sind wir zurück auf dem Platz. Unser Trainerteam hat uns seitdem mächtig gescheucht. (lacht) Das gehört aber dazu. Ich denke, wir haben uns in allen Bereichen kontinuierlich gesteigert. Mit dem 8:0-Erfolg gegen den Regionalligisten Osnabrücker SC ist uns auch die Generalprobe vor dem Rückrundenstart gelungen.


DFB.de: Sie wurden in der Nachwuchsabteilung des 1. FFC Frankfurt ausgebildet, wechselten dann zum SV Meppen. Was hat für Sie den Ausschlag gegeben?


Emmerling: Ich wollte mich beim SV Meppen in erster Linie durch Spielpraxis weiterentwickeln, die ich in Frankfurt eher im geringeren Umfang hatte. Nach einigen Startschwierigkeiten ist mir das beim SVM ganz gut gelungen und war rückblickend auch die richtige Entscheidung.


DFB.de: Sind Sie im Emsland schon heimisch geworden?


Emmerling: Ich komme aus einer Großstadt, deshalb musste ich mich anfangs etwas umstellen. Beim SV Meppen geht es sehr familiär zu. Alles ist ein bisschen kleiner und feiner als in Frankfurt. Aber mittlerweile bin ich angekommen und fühle mich sehr wohl.


DFB.de: Ihr Team steht seit dem ersten Spieltag an der Tabellenspitze, hat elf Siege in 13 Spielen eingefahren und aktuell sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz. Kann da überhaupt noch etwas schiefgehen?


Emmerling: Ich war in meiner Karriere noch nie die Gejagte und genieße diese Rolle. Die einzige Gefahr könnte darin bestehen, dass wir uns auf dem bislang Erreichten ausruhen. Das wird aber auf keinen Fall passieren. Wir haben die Konkurrenz weiter fest im Blick. Außerdem ist unser Vorsprung auf die beiden Verfolger MSV Duisburg und RB Leipzig nicht so groß, dass wir es uns erlauben könnten, uns zurückzulehnen. Wir müssen weiter hart arbeiten. Wenn wir das beherzigen, dann werden wir unsere Ziele aber auch erreichen.


DFB.de: Sie haben zu den insgesamt 38 SVM-Toren acht Treffer beigesteuert. Wie viele Treffer haben Sie sich für die Rückrunde noch vorgenommen?


Emmerling: In den letzten drei Partien vor der Winterpause konnte ich wegen muskulärer Probleme nicht eingesetzt werden. Sonst wäre vielleicht noch der eine oder andere Treffer dazugekommen. Ich mache mir keine Vorgaben, lasse mich gerne selbst von mir überraschen. Außerdem gebe ich ebenso gerne Vorlagen, wie ich Tore erziele. Hauptsache, wir gewinnen die Spiele.


DFB.de: Wo sehen Sie Ihre Stärken und in welchen Bereichen wollen Sie sich weiter verbessern?


Emmerling: Ich bin flexibel einsatzbar, habe beispielsweise schon Rechtsverteidigerin gespielt, wurde außerdem im Mittelfeld auf beiden Außenbahnen sowie im Sturm eingesetzt. Ich bin sehr ehrgeizig, verfüge über ein gutes Spielverständnis und sehe mich auf dem Platz als Teamplayerin. Verbessern kann ich mich aber noch in vielen Bereichen. Mein Zweikampfverhalten in Eins-zu-Eins-Situationen ist - offensiv wie defensiv - sicherlich noch ausbaufähig.


DFB.de: Was zeichnet den SV Meppen in dieser Saison besonders aus?


Emmerling: Das Team ist nach dem Abstieg bis auf ganz wenige Ausnahmen zusammengeblieben. Fast alle Spielerinnen verfügen daher über Erstligaerfahrung. Wir sind sehr gut eingespielt und verfolgen mit dem direkten Wiederaufstieg alle ein klares Ziel. Außerdem ist der Teamspirit bei uns sehr gut. Wir waren etwa zuletzt mit der gesamten Mannschaft und Trainerteam griechisch essen und hatten sehr viel Spaß zusammen. Die meisten Spielerinnen kennen sich bereits seit Jahren, sind befreundet und unternehmen auch in ihrer Freizeit einiges zusammen.


DFB.de: Trotz des Abstiegs aus der FLYERALARMFrauen-Bundesliga haben Sie ihren Vertrag beim SVM verlängert. Welche Lehren haben Sie aus dem Abstieg gezogen?


Emmerling: In der vergangenen Saison haben wir viele gute Spiele gemacht und oft auch unsere Leistung gebracht. Dennoch hat es nicht für viele Siege gereicht, weil uns vor dem gegnerischen Tor entweder die Erfahrung oder der gewisse Tick gefehlt hat. Vor allem in den wichtigen Spielen haben wir uns nicht für unsere Leistungen belohnt. Das machen wir in dieser Spielzeit besser, werden damit unserer Favoritenrolle gerecht.


DFB.de: Wie groß sind die Unterschiede zwischen der FLYERALARMFrauen-Bundesliga und der 2. Frauen-Bundesliga?


Emmerling: Der Sprung ist gewaltig. Vor allem deshalb, weil das Spieltempo und auch die fußballerische Qualität der Spielerinnen - speziell in der oberen Tabellenhälfte der Frauen-Bundesliga - viel höher sind. In der 2. Bundesliga haben wir viel mehr Ballbesitz, laufen nicht mehr ständig hinterher. Das kommt uns entgegen. Wir verfolgen aber eine Mission, wollen aufsteigen und uns dann auch möglichst in der Bundesliga etablieren.


DFB.de: Am Sonntag geht es in der Meisterschaft mit der Partie bei der SV 07 Elversberg weiter. Mit welcher Erwartungshaltung werden Sie die Partie im Saarland angehen?


Emmerling: Natürlich fahren wir die weite Strecke, um drei Punkte mit nach Hause zu bringen. Wir haben das Hinspiel 5:0 gewonnen, müssen uns diesmal aber auf eine wesentlich schwierigere Begegnung einstellen. Elversberg kämpft um den Klassenverbleib, wird uns alles abverlangen. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Wenn wir die Form aus der Vorbereitung mitnehmen, bin ich guter Dinge.


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