Nach Bundestrainer-Debüt: Jürgen Klopp und seine Duelle mit dem SV Meppen

Beim 1:1 gegen die Niederlande in der Johann-Cruyff-Arena in Amsterdam hat Jürgen Klopp am Donnerstag (24.9.2026) sein Debüt als Bundestrainer gefeiert. Der 59-Jährige soll den deutschen Fußball nach dem enttäuschenden WM-Aus in den USA wieder zu alter Stärke führen. In seiner langen Karriere kreuzten sich die Wege Klopps und des SV Meppen mehrfach – mit Erinnerungen, die von einem bitteren Flop bis zu einem persönlichen Highlight reichen.
Der gebürtige Stuttgarter, der 2019 als Trainer mit dem FC Liverpool die Champions League gewonnen hat, bestritt 13 seiner 315 Zweitligaspiele gegen den SV Meppen. Häufiger lief er nur gegen Fortuna Köln (18) und Waldhof Mannheim (16) auf. Dabei blieb er einmal gegen die Emsländer noch ohne Einsatz im Kader des FSV Mainz 05, den er später als Trainer in die Bundesliga geführt hat. Mit dem Club aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz verbuchte er von 1990 bis 1998 sechs Siege, drei Unentschieden und vier Niederlagen gegen den SVM. Dabei schoss er drei Tore.
Seinen wohl schönsten Treffer erzielte „Kloppo“ beim vorletzten Duell mit dem SVM am 14. Dezember 1997: Der Gast hatte lange ein 0:0 gehalten, doch gegen das Traumtor war Stefan Hülswitt machtlos: Der kurz zuvor eingewechselte Klopp zog in der 73. Minute von der Strafraumgrenze ab, der Ball prallte vom Innenpfosten ins Netz. Nur drei Minuten später bereitete Klopp das 2:0 von Jürgen Kramny vor. Florian Sohler machte in der Schlussminute den 3:0-Endstand perfekt.
Das Meppener Team mit Stefan Hülswitt, Thomas Böttche, Michael Prus, Ralf Vogt, Eckhard Vorholt, Andreas Helmer, Manfred Schulte, Carsten Marell, Marko Myyry, Daniel Stendel, Robert Thoben sowie den eingewechselten Christian Claaßen und Matthias Keller war nach dem neunten sieglosen Spiel in Serie frustriert. Trainer Paul Linz musste ein paar Tage später gehen - nach 20 Monaten. Dabei hatte er dem SVM zuvor nach einer beeindruckenden Aufholjagd vor dem Abstieg bewahrt. Zwölf Monate später reichte es unter Nachfolger Wolfgang Rolff nicht mehr. 1998 stieg Meppen nach elf Jahren als Schlusslicht aus der 2. Liga ab.
Nur 14 Monate vor seinem Traumtor erlebte Klopp einen ganz bitteren Moment gegen Meppen. Die Emsländer setzten sich im Heimspiel vor 8100 Zuschauern spektakulär 5:4 durch. Abwehrspieler Klopp wurde bereits nach 17 Minuten ausgewechselt. Bis dahin hatte sein Gegenspieler Christian Claaßen schon dreimal getroffen (3., 10., 15.). Der lupenreine Hattrick binnen 13 Minuten ist für den gebürtigen Barßeler das größte Highlight seiner Zeit beim SVM, für den er zweimal auflief: Der Flügelstürmer kam im Herbst 1995 vom Bundesligisten Hamburger SV (5 Spiele). Nach dem Zweitligaabstieg wechselte er 1998 zum VfL Osnabrück (182/62 Tore), lief von 2004 bis 2006 wieder für den SVM auf (insgesamt 133/40).
Nur beim 6:7 in Kaiserslautern fielen mehr Treffer in einem Spiel mit Meppener Beteiligung. Diese Bestmarke hat heute noch Gültigkeit. Das 5:4 gegen Mainz ist der torreichste Zweitliga-Sieg der Emsländer. Nach dem frühen 3:0 traf Bernd Winter zum 4:1 und Mario Lau zum 5:3. Paul Linz bot Stefan Brasas, Thomas Böttche, Michael Prus, Eckhard Vorholt, Bernd Deters, Manfred Schulte, Bernd Winter, Marko Myyry, Christian Claaßen, Damir Bujan und Robert Thoben sowie die eingewechselten Alexander Ukrow, Andreas Helmer und Mario Lau auf.
2012 kehrte Klopp, der mit Mainz auch schon in Herzlake ein Trainingslager bezogen hatte, wieder zum SV Meppen zurück - als gefeierter Trainer von Borussia Dortmund. Das Duell gegen den frischgebackenen Deutschen Meister und Pokalsieger war ein Highlight zum hundertjährigen Vereinsjubiläum der Blau-Weißen. Der Regionalligist zeigte vor 10.588 Zuschauern keinerlei Respekt. Zur Pause hieß es 0:0. Johan Wigger brachte die Mannschaft von Trainer Heiko Flottmann und Co-Trainer Damir Bujan sogar in Führung. Doch Mustafa Amini und Jonas Hofmann drehten die Partie noch für den BVB. Klopp, der seinen ehemaligen Gegenspieler Bernd Deters in der Halbzeitpause begrüßte, sammelte in Meppen viele Sympathiepunkte.
Vorerst ist ein Wiedersehen mit dem SVM nicht absehbar. Auf Bundestrainer Klopp wartet viel Arbeit. Er soll die Nationalmannschaft wieder auf Erfolgskurs bringen. Dabei könnte er demnächst wieder auf einen ehemaligen Meppener setzen: den Stürmer Deniz Undav.






