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Länderspiel-Premiere: Hrubesch lobt Ex-Meppenerin Elisa Senß


Für Elisa Senß hat sich ein Traum erfüllt: Die ehemalige Spielerin des SV Meppen gab in derWomen’s Nations League beim 3:0 gegen Dänemark ihr Debüt für die deutsche Fußballnationalmannschaft. „Ich bin einfach nur stolz“, sagte die Mittelfeldspielerin bei dfb.de. Der steile Aufstieg der 26-Jährigen überrascht ihren Ex-SVM-Trainer Roger Müller überhaupt nicht.


„Es ist wirklich Wahnsinn, was in den vergangenen Tagen passiert ist“, erklärte Senß, die schon zweimal auf Abruf nominiert worden war, nach der Partie in Rostock. Beim 3:0-Sieg gegen den direkten Konkurrenten um den Gruppensieg vor über 19.000 Zuschauern im Ostseestadion gab sie ein starkes Debüt. Das deutsche Team wahrte die Chance auf die Olympiaqualifikation. Die Leverkusenerin ist die erste (Ex-)Spielerin des SVM, die für die deutsche A-Nationalmannschaft aufgelaufen ist.


Senß wurde in der Halbzeitpause eingewechselt für Sara Däbritz vom mehrfachen französischen Champions-League-Sieger Olympique Lyon. Interimstrainer Horst Hrubesch bescheinigte ihr einen sensationellen Einstand.


Das sieht Müller, der die Partie am Bildschirm verfolgte, genauso. „Elisa hat überragend gespielt. Sie hat hinten abgeräumt, auch nach vorne gearbeitet. Sie hätte sogar noch ihr Ding machen können“, erinnert der 72-Jährige, der sich schon lange für den SVM engagiert und die erste Frauen-Mannschaft trainiert hat, an eine gefährliche Szene vor dem Tor. Nach der Partie hat er Glückwünsche übermittelt. Die Entscheidung von Hrubesch, Senß zur Pause einzuwechseln, nannte Müller mutig. Überraschend kam sie nicht. „Denn Elisa hat es absolut verdient.“



Das große Talent der quirligen Fußballerin erkannten Meppens Sportliche Leiterin Maria Reisinger und Müller schon früh. Senß spielte für den SVM von 2012 bis 2014 in der B-Juniorinnen-Bundesliga (35 Spiele/11 Tore) und danach bis 2019 in der 2. Bundesliga (96/30).


„Elisa hat sich enorm entwickelt“, weiß Müller. Daran hat der SVM mit seiner soliden Ausbildung Anteil. Die Meppener änderten sogar ihr System, um das Talent einzubinden. Der inzwischen beim VfL Wolfsburg angekommene Trainer Tommy Stroot und Müller selbst hätten die 1,61 Meter große und zierliche Mittelfeldspielerin oft als zweite Spitze eingesetzt, erläutert Müller. „Das hat ihr gut getan.“ Er bescheinigt Senß „ein gutes Auge. Sie kann ein Spiel lesen. Sie ist bissig, spielt schlau.“ Im Eins-gegen-eins habe sie sich trotz körperlicher Unterlegenheit immer besser durchgesetzt.


Senß habe ihre Spielweise verändert. „Sie ist eine totale Mannschaftsspielerin geworden, macht keine Fehler“, beschreibt Müller. Auch bei SGS Essen und jetzt Bayer Leverkusen, wo sie als Kapitänin Verantwortung übernommen hat, habe sich die Entwicklung fortgesetzt. Sie agiere körperlicher. Das sei Grundvoraussetzung, um da anzukommen, „wo sie jetzt ist. Nur mit spielerischen Mitteln hätte es nicht gereicht.“ Dabei sei Senß bissig, „sehr ehrgeizig. Sie hat an sich gearbeitet. Sie wollte immer nach oben. Jetzt sieht man, was man mit ihren Fähigkeiten erreichen kann.“


Senß, die lange als Krankenschwester gearbeitet hat, sich jetzt aber ganz auf den Fußball konzentriert, schaffte den Sprung in die Frauen-Nationalmannschaft, ohne dass sie vorher in einem Nachwuchsteam des DFB gespielt hat. Sie darf auf ihren nächsten Einsatz schon am Dienstag (5.12.2023) hoffen. Dann bestreitet das Hrubesch-Team um 19.30 Uhr in Swansea gegen Wales das letzte Spiel der Gruppe A. Ein Sieg reicht auf jeden Fall, um vor den punktgleichen Däninnen in das europäische Final-Four-Turnier um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2024 einzuziehen. Vom 21. bis 28. Februar 2024werden in dieser K.-o.-Runde zwei Fahrkarten nach Paris vergeben. Sollten die Gastgeberinnen aus Frankreich im Finale stehen, bekommt der Drittplatzierte das noch offene Olympiaticket.


Spanien und Frankreich haben sich bereits für das Final-Four qualifiziert. In Gruppe A1 haben die Niederlande, England und Belgien noch Chancen. In A3 treten Dänemark (gegen Island) und Deutschland (in Wales) zum Fernduell an.


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