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Ernst Middendorp und Heiner Beckmann im Interview


Seit dem Abstieg in die Regionalliga Nord hat sich beim SV Meppen einiges verändert. Viele Spieler haben den Verein verlassen und wiederum viele neue Spieler zieren nun das Gesicht des SVM. Im Interview erklären Ernst Middendorp (Trainer und Sportlicher Leiter) und Sportvorstand Heiner Beckmann die aktuelle Lage.

 

Seit gut einem Monat läuft die Vorbereitung auf die Saison 2023/24 in der Regionalliga Nord. Wie ist der bisherige Eindruck von der Mannschaft und worauf liegt im Training der Fokus?

 

Middendorp: Wir haben als Trainerteam eine klare Ausrichtung gesetzt. In den ersten 25 Tagen bis zum 14. Juli stehen die Konditions- und Athletikarbeit an erster Stelle – individuell für jeden Spieler aber auch im Kollektiv als Team. Wir haben jetzt Leute aus der U19-Bundesliga, aus der letztjährigen Landesliga, wir haben einen Spieler aus einer Situation, der lange nicht mehr gespielt hat. Wir haben also eine sehr unterschiedliche Zusammenstellung aus unterschiedlichen Richtungen. Wenn du da nicht jeden individuell bedenkst, rennst du von einer Verletzung in die andere. Nach dem 14. Juli haben wir noch circa 14 Tage Zeit, in denen wir uns mehr mit den Abläufen beschäftigen, wie wir spielen wollen. Wir müssen schauen, wie das Ganze zusammengestellt werden kann und welche Grundformation man als Referenz nimmt. Da haben wir im Moment sicher noch nicht den Luxus, das genauestens zu definieren. Im Moment ist es generell aber noch schwierig zu beantworten.

 

Von Woche zu Woche nehmen unterschiedliche Testspieler am Training teil. Was müssen diese Spieler zeigen?

 

Middendorp: Bei einem Testspieler guckst du zum Beispiel danach, ob er Tempo hat oder eine gewisse technische Fähigkeit. Wenn du nach zwei Tagen nicht irgendwas Besonderes siehst, dann hör auf bei dem Spieler zu suchen. Wir haben viele Testspieler gehabt und viele auch schon wieder weggeschickt.

 

Besucht der SV Meppen mit der neuformierten Mannschaft noch ein Trainingslager?

 

Middendorp: Wir haben hervorragende Platzbedingungen. Wir haben eine super Zusammenarbeit mit dem Sportparc. Wir haben hier eine perfekte Versorgung.

 

Beckmann: Es könnte als Teambuilding-Maßnahme noch ein gemeinsames Wochenende geben. Aber da ist noch nichts fixiert.

 

Der Kader ist noch nicht vollständig. Wie läuft die Spielersuche? Werden in den nächsten Tagen neue Transfers bekannt gegeben?

 

Beckmann: Wir sind mit mehreren Spielern im Gespräch. Wir haben von den Testspielern, die bisher bei uns waren, ja auch schon einige fix gemacht. Es kann sicherlich auch noch etwas länger dauern. Es ist dann aber nicht jemand, der seit längerer Zeit nicht gespielt hat, sondern jemand, der bei einem anderen Verein trainiert, aber trotzdem woanders eine Herausforderung sucht. Der Markt ist unheimlich voll mit Spielern, aber die müssen finanzierbar sein.

 

Wie viele Spieler soll der Kader am Ende umfassen?

 

Middendorp: In meinen Augen sind 20 Spieler perfekt. Wenn es dann 19 sind, ist es auch nicht schlimm. Wir halten es begrenzt. Ich halte das gerade mit Blick auf die nahe Vergangenheit notwendig. Vielleicht sind es dann auch mit Torhütern insgesamt 22 Spieler. Dann gehört jeder zum Kader dazu und niemand steht außen vor. Ein zufriedener Kader ist der Nährboden für Erfolg, den man anstrebt.

 

Beckmann: Es wird derzeit ja auch Wert darauf gelegt, dass wir eine junge Mannschaft haben, die nicht so verletzungsanfällig ist. Im letzten Jahr mussten wir immer wieder nachbessern, weil einer wegfiel.

 

Ihr habt den jungen Kader angesprochen. Worauf liegt bei der weiteren Suche der Fokus? Werden jetzt Spieler mit Erfahrung gesucht?

 

Middendorp: In der Defensive wäre ein Linksfuß wünschenswert. Wir hatten uns hier eigentlich auf Lukas Mazagg verständigt. Er hatte eine Woche mit uns trainiert. Dann kam auf einmal Hoffenheim II um die Ecke. Dadurch ist uns natürlich etwas weggebrochen, mit dem wir eigentlich fest gerechnet haben. Er hatte es am Ende der vergangenen Saison sehr gut gemacht. Der neue Linksfuß benötigt eine gewisse Schnelligkeit, eine Aggressivität und Passvermögen. Im Mittelfeld sind wir noch mit Willi Evseev im Gespräch. Wir arbeiten daran, uns zu einigen. Er könnte auf der Doppelsechs für viel Initiative sorgen. Im Sturm wäre es auch noch schön, jemanden dazu stellen zu können. Ich glaube, Lukas Eixlerwird eine gute Rolle in der neuen Saison spielen. Marek Janssen wird auch eine gute Saison haben. Spit kann aus der Tiefe hereinlaufen. Mit denen kann nach vorne hin schon einiges passieren. Wenn dann der eine oder andere noch in einer höheren Liga bereits gespielt hat, wäre das für uns natürlich nicht schlecht.

 

Ihr habt Mazagg und Evseev erwähnt. Viele andere Spieler haben sich bereits vom SVM verabschiedet. Seid ihr noch mit Spielern aus der vergangenen Saison im Gespräch?

 

Beckmann: Wir waren mit vielen Spielern im Gespräch, die sich letztlich aus finanziellen oder auch anderen Gründen für einen anderen Verein entschieden haben. Gerade jüngere Spieler wollen den nächsten Schritt machen. Mit Samuel Abifade sind wir noch im Gespräch.

 

Middendorp: Wir hätten auch gerne einen Sascha Risch behalten, der in der Endphase richtig gut funktioniert hat. Aber er geht nach Ulm und bleibt somit in der 3. Liga. Das ist ja absolut nachvollziehbar. Auch Mirnes Pepic bleibt in der 3. Liga in Aue. Vogt geht nach Greifswald, bei denen der Geldhahn plötzlich aufging. Bei Marius Kleinsorge und Oberhausen, Max Dombrowka und Homburg oder Marcos Alvarez und Offenbach war es ähnlich. Nach einer sehr großen Anzahl an Gesprächen war es nicht möglich, den jeweiligen Spieler zu halten. In acht oder neun Fällen haben wir gemeinsam mit den Sponsoren alles versucht, gewisse Spieler zu halten. Aber letztlich lag es am Gehalt oder an der Ligazugehörigkeit.

 

Einige ehemalige Spieler haben in den sozialen Netzwerken erklärt, dass sie gerne beim SV Meppen geblieben wären und dies auch deutlich dem Verein mitgeteilt haben. Was sagt ihr dazu?

 

Beckmann: Zum einen sind das Sachen, die man auf Facebook oder Instagram gerne reinsetzt. Aber es geht auch darum, wie die Truppe aussehen soll und was wir als Verantwortliche wollen. Es verabschieden sich derzeit viele Spieler und für alle war es eine Herzensangelegenheit. Es wird dann immer nach Wertschätzung gesucht. Aber der Verein hat ihnen in der Zeit in der 3. Liga ja auch sehr viel gegeben, sie unterstützt und bei Problemen oder in schwierigen Phasen und bei Verletzungen zur Seite gestanden.

 

Kommen wir nochmal auf euch beide zu sprechen. Ernst Middendorp ist jetzt Trainer und Sportlicher Leiter in Personalunion, Heiner Beckmann Sportvorstand. Wie ist die Aufgabenverteilung unter euch bei der Suche nach neuen Spielern?

 

Beckmann: Ich mache den Job seit 10 Jahren. Ich habe ein sehr gutes Netzwerk aufgebaut. Auch Ernst hat ein hervorragendes Netzwerk. Wir diskutieren dann gemeinsam, welche Spieler zu uns passen können. Die letzte Entscheidung treffen wir beide gemeinsam mit Finanzvorstand Stefan Gette. Der Trainer hat seine Wunschspieler und wir müssen dann sehen, ob das realisierbar ist, oder nicht.



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