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Der SV Meppen gratuliert: Damir Bujan wird heute 60

Foto: SV Meppen
Foto: SV Meppen

Damir Bujan hat einen Gutteil der Zweitliga-Jahre des SV Meppen erlebt. In der Zeit erhielt er auch eine Einladung zu einem Lehrgang der kroatischen Nationalmannschaft. Insgesamt ist er rund 30 Jahre als Spieler und Trainer bei den Blau-Weißen aktiv. Dabei habe er eine Reihe von Highlights erlebt, sagt Bujan, der am heutigen Sonntag 60 Jahre alt wird.


Der im damals jugoslawischen Zagreb geborene Offensivspieler kam über den Zweitligisten NK Jedinstvo Bihac zum Traber FC Berlin und danach zum Oberligisten Türkiyemspor Berlin. Horst Ehrmantraut holte ihn 1990 zu BW 90 Berlin. Der Coach nahm nach seinem Wechsel zum SVM Kontakt zum Fußballer auf. „Ich kann ihn, er kannte mich.“ Obwohl Bujan noch einen Vertrag hatte, legte BW ihm keine Steine in den Weg. So kam er an dem Tag in Meppen an, als die Transferliste schloss. „Da musste in vier Stunden alles passieren.“ Von der ärztlichen Untersuchung bis zur Vertragsunterschrift.


Bujan kannte Meppen von einem Gastspiel mit Berlin - einer hektischen Partie mit zwei Roten Karten gegen den Gast. Ihm gefiel die Atmophäre im Stadion. Ehrmantraut professionalisierte den SVM. Die Blau-Weißen erwischten einen Traumstart mit vier Siegen ohne Gegentor und waren erstmals Tabellenführer der 2. Bundesliga. Bujan hatte einen unvergesslichen Einstand: Im ersten Spiel bei Eintracht Baunschweig schoss er sein erstes von 23 Pflichtspiel-Toren für die Emsländer „Es war ein gutes Jahr für mich“, sagt Bujan, der auch seine Frau Heike kennenlernte, die ihren Anteil daran hatte, dass er in Meppen blieb.


Der neu gegründete kroatische Fußballverband lud Bujan 1992 zu einem Lehrgang der Nationalmannschaft nach Australien ein. Doch weil die lange Zweitliga-Serie in der Aufstiegsrunde in Deutschland für den SVM noch nicht beendet war, erteilte der Verein ihm keine Freigabe. Danach erhielt er keine Anfrage mehr. „Diese Generation ist 1998 Dritter bei der WM in Frankreich geworden“, sagt Bujan - und schlug dabei die deutsche Nationalmannschaft.

1995 klopfte der SVM ans Tor zur Bundesliga. Dabei rutschte er nach einem klassischen Fehlstart zunächst erstmals ans Tabellenende. Nach Zoff zwischen Trainer und Team folgte ein Zwischenspurt von 16:4 Zählern. „Da ist keiner gerne nach Meppen gefahren. Es war eine richtige Festung hier. Wir haben eine gute Saison gespielt“, analysiert Bujan, „aber das entscheidende Heimspiel gegen Düsseldorf 2:4 verloren.“ Zwei Punkte fehlten zum Aufstieg in die Bundesliga.

Meppen verpasste das Wunder Aufstieg, schaffte aber ein Jahr später das Wunder Klassenerhalt. Nach elf sieglosen Spielen in Folge kämpften die Blau-Weißen um den Klassenerhalt. Ehrmantraut verabschiedete sich im April 1996. Paul Linz holte in neun Spielen bei 18:3 Toren 20 Punkte! Meppen wurde Zehnter. „Das hat uns keiner zugetraut“, erinnert sich Bujan, der in der Abstiegssaison 1997/98 verletzt ausfiel. „Ich war nur Patient. Das Schlimmste war, dass ich nicht helfen konnte.“


Foto: Archiv - Hans Vinke
Foto: Archiv - Hans Vinke

In der Regionalliga war Bujan ein paar Spiele dabei. Danach wechselte er zum Oberligisten TuS Lingen, der vom ehemaligen Mitspieler Thomas Böttche trainiert wurde. Wieder wurde der Fußballer von Verletzungen geplagt. Er legte eine Pause ein, war danach Trainer in Geeste, Germania Twist und Bawinkel. Mit Twist stieg er passend zum 50-jährigen Bestehen in die Bezirksklasse auf.


2009 begann Bujan als Co-Trainer von Hubert Hüring wieder beim SV Meppen. Er blieb auch unter Johann Lünemann, Rainer Persike, Heiko Flottmann und Christian Neidhart. Parallel trainierte er zeitweise die zweite Mannschaft. 2017 wechselte er zur U19, 2025 zur U23. Am Saisonende soll Schluss sein. „Ich habe wirklich viele Mannschaften kennengelernt. Alte Herren, erste Herren, zweite Herren, U19 und U17.“ Zudem kümmert sich Bujan um die Traditionsmannschaft.


Zu Bujans Highlights zählt das erste Tor im ersten Spiel. 1992 der 3:1-Sieg beim VfL Osnabrück, zu er zwei Tore beisteuerte. Oder der Doppelsieg binnen zehn Tagen gegen Eintracht Frankfurt: „Die sind bei unserem 6:1-Sieg im Pokal richtig unter die Räder gekommen.“ Das Punktspiel in der Mainmetropole gewannen die Emsländer 1:0. Dazu die beiden Spiele gegen den ebenfalls mit Nationalspielern gespickten 1. FC Kaiserlautern 1996/97: Der 2:1-Heimsieg und das 6:7 am Betzenberg - das torreichste Spiel der 2. Bundesliga, bei dem Bujan einmal traf. Es war sein letztes Zweitliga-Spiel für Meppen. Unvergessen sind Freundschaftsspiele gegen Bayern München (2:5) und Espanol Barcelona (1:2), bei denen Bujan jeweils traf.


Highlights waren auch die Aufstiege mit Lünemann 2011. „Da sind wir durch die Liga marschiert“, erinnert Bujan an tolle Heim-Kulissen. In der Regionalliga war etwa RB Leipzig Gegner. Oder die Qualifikation der U19 des NLZ Emsland mit Carsten Stammermann für die Bundesliga und erst recht der Klassenerhalt danach mit Spielen gegen Red Bull, Borussia Dortmund und Schalke 04. „Das war schon ganz andere Welt!“

 

 

 
 
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