Budenzauber: Meppen früh raus - Ehrung nur für Faltin
- Uli Mentrup
- 5. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Nach zwei Spielen war bei der 12. Auflage des Budenzaubers Emsland für den SV Meppen Schluss. Damit ist die gute Serie des blau-weißen Traditionsteams in der mit gut 3500 Zuschauern erneut ausverkauften Emslandarena gerissen. „Es war nicht unser Tag“, bekannte Marcus Antczak, der Älteste im SVM-Kader und der vermutliche einzige Spieler, der bei allen Wettbewerben der Fußballlegenden in Lingen dabei war. Turniersieger wurde der VfL Bochum mit einem 6:1 gegen Werder Bremen.

„Ein bisschen enttäuscht bin ich schon“, bekannte Meppens Teammanager Frank Faltin mit einem gequälten Lächeln. „Zum einen verliere ich nicht gerne gegen Osnabrück, und wir sind verdient ausgeschieden. Wir haben zu leichte Gegentore bekommen und die Chancen nicht so konsequent genutzt wie in den letzten Jahren.“ Damit verfehlte die Heimmannschaft beide Turnier-Vorgaben und musste zum fünften Mal nach der ersten, dritten, vierten und neunten Auflage des Traditionsturniers vorzeitig die Segel streichen. Der SVM, der in den vergangenen vier Jahren dreimal im Finale stand, war mit anderen Erwartungen gestartet.
„Bochum hat die Chancen besser genutzt“, urteilte Antczak nach der 4:6-Niederlage im Eröffnungsspiel gegen den späteren Turniersieger. Emsland-„Messi“ Martin Wagner glich die Rückstände zweimal aus und verkürzte zum 3:4, Hedon Selishta schoss das letzte Tor. Michael Holt traf den Innenpfosten und hatte eine weitere gute Möglichkeit, genau wie Selishta, Eray Bayraktar, Gerd Raming-Freesen. Max Kremer bejubelte bereits das vermeintliche 3:3, aber der Unparteiische hatten den Ball nicht hinter der Torlinie gesehen. Allerdingsnmusste Antczak auch einige Male klären. Danach gewann Bochum 5:4 gegen Osnabrück.
So mussten die Meppener, die ohne David Vrzogic, der als neuer Co-Trainer in Rödinghausen einen Termin hatte, und Thilo Leugers (Knieprobleme) antraten, das Derby gegen den VfL Osnabrück gewinnen, um weiterzukommen. Doch die Lila-Weißen mit den Ex-Meppenern Wolfgang Schütte und Marcos Alvarez auf dem Platz sowie Lothar Gans und Christian Claaßen an der Bande) siegten 4:2. Nach der Führung durch Alvarez profitierte der SVM beim Ausgleich von einem Eigentor. Konstantin Engel, der nach einer späteren Handverletzung ausschied, traf zum 2:1, Andreas Schäfer erhöhte. Pattrick Schnettberg sorgte mit dem 2:3 noch einmal für Spannung, die SVM-Fans feuerten kräftig an. Doch Addy Waku Menga machte alles klar für den VfL.
Meppen und der Hamburger SV, der wegen eines Staus verspätet eintraf, waren früh draußen. Der HSV mit den Ex-SVM-Spielern Matthias Rose und Patrick Posipal verlor gegen Union Berlin 2:5 und gegen Werder Bremen 0:4. Die Halbfinals waren ausgesprochen spannend: Bremen siegte 2:1 gegen Osnabrück, Bochum 5:4 gegen Berlin. Union setzte sich im Neunmeterschießen um Platz drei 4:3 gegen Osnabrück durch. Bochum mit Dariusz Wocz raubte Werder mit einem klaren 6:1 im Endspiel alle Hoffnungen auf den dritten Titelgewinn. Der VfL siegte erstmals in Lingen.
Als bester Spieler wurde Bremens Philipp Bargfrede ausgezeichnet, als bester Torwart sein Teamkollege Felix Wiedwald. Beste Torschützen waren mit je sieben Treffern Philipp Bargfrede sowie die Bochumer Marco Terrazzino und Gaetano Manno. Der Bremer Ailton wurde zum fünften Mal als Publikumsliebling gewählt. Frank Faltin erhielt den Ehrenpreis für sein besonderes Engagement für den Budenzauber, erläuterte Bernd Kühn. Der Turnierdirektor hatte eine gute Veranstaltung gesehen, trotz des frühen Ausscheidens des SVM, und freute sich schon auf die 13. Auflage am 2. Januar 2027. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.

Dann will Budenzauber-Urgestein Marcus Antczak wieder antreten. Er war bei allen Turnieren in Lingen dabei. Der mit 51 Jahren älteste Fußballer im Meppener Kader wurde dreimal als bester Torwart geehrt, 2021 holte er mit dem SVM den Siegerpokal. Das waren seine Highlights. „Ich fühle mich top-fit und bin hoch motiviert. Es macht immer Spaß beim Budenzauber zu spielen. Das ist wie ein Familientreffen“, freut er sich auf ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. Sowie auf Smalltalk und längere Gespräche mit ehemaligen Mitspielern vom SV Meppen oder - wie am Samstag mit dem Bochumer Peter Peschel, den er schon lange kennt. Dass Peschel gegen ihn das 3:2 für den Ruhrpottclub erzielte, trübt die Beziehung keinesfalls. Aber nächstes Jahr möchte der Meppener Torwart mindestens wieder im Halbfinale stehen.
12. Budenzauber Emsland
Gruppe A
VfL Bochum - SV Meppen 6:4
1:0 Marco Terrazzino, 1:1 Martin Wagner, 2:1 Marco Terrazzino, 2:2 Martin Wagner, 3:2 Peter Peschel, 4:2 Marco Terrazzino, 4:3 Martin Wagner, 5:3 Marco Terrazzino, 6:3 Giovanni, Federico, 6:4 Hedon Selishta.
VfL Osnabrück - VfL Bochum 4:5
SV Meppen - VfL Osnabrück 2:4
0:1 Marco Alvarez, 1:1 Eitentor (Vorarbeit Max Kemer), 1:2 Konstantin Engel, 1:3 Andreas SChäfer, 2:3 Patrick Schnettberg, 2:4 Addy Menga.
Gruppe B
Werder Bremen - 1. FC Union Berlin 5:2
1. FC Union Berlin - Hamburger SV 5 :2
Hamburger SV - Werder Bremen 0:4
Halbfinals
Werder Bremen - VfL Osnabrück 2:1
VfL Bochum - 1. FC Union Berlin 5:4
Neunmeterschießen um Platz 3
1. FC Union Berlin - VfL Osnabrück 4:3
Endspiel
Werder Bremen - VfL Bochum 1:6
Traditionsteam SV Meppen: Marcus Antczak, Florian Hillebrand, Patrick Schnettberg, Hüseyin Dogan, Dennis Geiger, Eray Bayraktar, Martin Wagner, Max Kremer, Stefan Raming-Freesen, Gerd Raming-Freesen, Michael Holt, Hedon Selishta, Sebastian Schepers. - Trainer: Andreas Helmer, Damir Bujan - Teammanager: Robert Thoben, Frank Faltin - Physiotherapeut: Bernd Bohlen - Zeugwart: Volker Dworak.




