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Horst Witzler sorgte in Meppen für Professionalisierung

Foto: Hans Vinke - Archiv
Foto: Hans Vinke - Archiv

Horst Witzler war von 1962 bis 1964 beim SV Meppen tätig. Als erster Profi-Trainer veränderte er bei der Blau-Weißen auch die Strukturen hin zu mehr Professionalität. Unmittelbar vor seinem Abschied aus dem Emsland feierte er die Meisterschaft in der Amateuroberliga Niedersachsen, Staffel West. Den Aufstieg in die Regionalliga verpasste das Team jedoch.


Der am 2. Januar 2026 im Alter von 93 Jahren im belgischen Eynatten verstorbene Witzler brachte nach Einschätzung des damaligen Spielers Manfred Mogge eine sehr professionelle Einstellung mit und war offen für neue Trainingsmethoden. Professionalität forderte Witzler auch von den Spielern. „Er hat von vornherein gesagt, wir trainieren ab sofort dreimal die Woche“, erinnert sich Mogge. Die Fußballer, die nicht mitziehen wollten, würden nicht aufgestellt. Bis dahin trainierten die Meppener zweimal in der Woche.


Witzler, der als Spielertrainer in Mechernich und Euskirchen begann, bestand mit 27 Jahren als jüngster DFB-Fußballlehrer das Examen. 1959 bis 1962 war der Schüler von Trainerlegende Hennes Weisweiler wohl auf dessen Empfehlung bei Germania Leer tätig. Dann wechselte der damals 30-Jährige nach Meppen und brachte mit Heinz Redepennig, Martin Wessels und Karl-Ernst Seegers drei Verstärkungen mit. Weitere Spieler in Witzlers Meppener Zeit waren Gerd Sand, Georg Rocks, Manfred Mogge, Hans Lübbers und Paul Abeln. Am Saisonende wurde Meppen Sechster mit 38:22 Punkten - nur zwei weniger als der TuS Celle, der die Aufstiegsrunde erreicht.


In die Saison 1963/64 starteten die Emsländer in dem um eine neue überdachte Tribüne bereicherten Hindenburgstadion vor 2500 Zuschauern mit einem 11:1 gegen Witzlers Ex-Club Germania Leer. Im Endspurt gewannen sie neun von zehn Spielen und zogen doch noch mit dem Titelfavoriten Olympia Wilhelmshaven gleich. Sechs Spieltage vor Saisonende lag der SVM noch sechs Punkte hinter dem Konkurrenten vom Jadebusen. Beim Entscheidungsspiel der punktgleichen Top-Teams in Oldenburg reichte der Treffer von Gerd Sand zum Meppener Triumph. Damit stand die Mannschaft, die die Niedersachsenmeisterschaft verpasste, in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord. Dann allerdings bleibt das torgefährlichste Team der Liga viermal ohne Treffer und belegt mit 4:0 Punkten den dritten Platz.


„Ich habe aus einem Fast-Absteiger eine Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel gemacht“, war Witzler auch im Nachhinein mit dem Ergebnis seiner Arbeit zufrieden. Seine Zeit in Meppen beschrieb er als angenehm und sehr schön. Zu Zweitliga-Zeiten der Emsländer hatte er noch Kontakt zum damaligen Manager Gerd van Zoest.“


Witzler wechselte zum Nord-Regionalligisten Arminia Hannover und 1966 weiter zu SW Essen. Mit dem West-Regionalligisten wurde er gleich im ersten Jahr Vizemeister und stand in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Die Qualifikation für das Fußball-Oberhaus verpassten die Essener nur knapp. 1970 übernahm Witzler den Bundesligisten Borussia Dortmund, musste aber Anfang 1972 gehen, als der Abstieg drohte, der am Ende nicht verhindert werden konnte.


Mit dem torgefährlichen Westmeister RW Essen (104 Treffer) feierte Witzler 1973 den ersten Bundesligaaufstieg. Dank der Mithilfe von Eberhard Strauch, Fritz Stefens und Harry de Vlugt, die der Coach vom SV Meppen geholt hatte. Co-Trainer war Heinz Redepennig. Weitere Stationen waren die Zweitligisten Alemannia Aachen, 1. FC Mühlheim und SC Herford. In Belgien rettete „Feuerwehrmann“ Witzler KAS Eupen gleich zweimal vor dem Abstieg. Zudem war er bei Sint-Truiden VV und RFC Union Kelmis tätig.

 
 
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