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Der SV Meppen gratuliert nachträglich: Heinz-Georg Büter 75

Uli Mentrup
Uli Mentrup

Heinz-Georg Büter gehörte als junger Fußballer zum Aufgebot des SV Meppen, das 1971 in die Regionalliga aufgestiegen ist. Das war die in fünf Staffeln unterteilte Liga direkt unter der Bundesliga. Der Linksverteidiger unterzeichnete schon kurz nach dem Abpfiff der entscheidenden Partie gegen Polizei SV Bremen als erster Spieler einen Vertrag für die neue Saison. Am vergangenen Samstag wurde er 75 Jahre alt.

Büter kam 1964 zum SV Meppen. Fünf Jahre später schaffte der Kreisauswahlspieler nach der A-Jugend den direkten Sprung in die erste Mannschaft, für die er zwei Jahre lang auflief. „Das hat sofort geklappt“, erinnert sich Büter, der gemeinsam mit Hubert Hüring, Helmut Heuing, Heinz Tappel, Bernd Miesbauer und Bernd Kaiser zum Team von Hermann Michel stieß. Der Trainer forderte seine Spieler in den Einheiten enorm, ließ Inhalte üben, „bis wir es beherrschten wie Radfahren“, schmunzelt Büter. Gern erinnert er sich an die gute Kameradschaft. „Es hat Spaß gemacht.“


Der Aufwand wurde belohnt. Schon am drittletzten Spieltag qualifizieren sich die Meppener für die Aufstiegsrunde zur Regionalliga, in die sie als Fünfter der Landesliga Niedersachsen einzog neben Union Salzgitter und dem OSV Hannover. Die zweiten Mannschaften von Eintracht Braunschweig (2.) und Hannover 96 (4.) hatten kein Aufstiegsrecht.


Nachdem der SVM gegen Union Salzgitter einen 1:3-Pausen-Rückstand in einen 5:3-Sieg drehte, war die Aufstiegsfrage am letzten Spieltag ungeklärt. Die Emsländer benötigten einen Sieg bei Sperber Hamburg. Das 1:1 reichte nicht.


Im Duell mit dem Zweiten der anderen Aufstiegsgruppe, Polizei SV Bremen, und dem Vorletzten der Regionalliga, ASV Bergedorf 85, bekam Meppen in einer einfachen Runde eine zweite Chance. Am dritten und letzten Spieltag brauchte der SVM gegen Bremen einen klaren Sieg. Mit dem 5:1 gelang einen Punktlandung. Dank der besseren Tordifferenz spielten die Emsländer künftig in der zweithöchsten Liga. „Das war sensationell. Wenn man etwas ganz Bestimmtes erreichen muss, dann geht man ganz anders an die Sache ran“, weiß Büter. Sogar seine Mutter schaute zu. „Die war vorher noch nie bei einem Fußballspiel.“


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Während die Mitspieler und Zuschauer noch ausgelassen feierten, unterschrieb Büter als Erster bereits einen Vertrag. „Ich wusste nicht, wann ich wieder frei bekomme.“ Er absolvierte seine Grundausbildung bei der Bundeswehr in Sögel und hatte wegen des wichtigen Meppener Spiels am Abend eine Stunde länger Ausgehzeit, musste also erst um 23 Uhr wieder in der Kaserne sein. Deswegen drängte die Zeit. Büter meldete sich pünktlich zurück und konnte auch künftig zu den Spielen und den Trainingseinheiten ausrücken.


In der Saison 1970/71 verfügte der SVM erstmals über Vertragsspieler, die ein geringes Grundgehalt bekamen. Den Klassenerhalt schafften die Blau-Weißen nicht. Sie kehrten als Tabellenletzter zurück in die Landesliga Niedersachsen. Büter war häufig verletzt, hatte Probleme mit den Gelenken. Er versuchte einen neuen Anlauf in der zweiten Mannschaft, musste aber immer wieder pausieren und beendete seine Karriere. Im Meppener Stadion war Büter zuletzt beim Heimsieg gegen den VfB Lübeck.

 
 
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