Der SV Meppen gratuliert: Heinz Redepenning wird heute 85
- Uli Mentrup
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Heinz Redepenning war als Spieler und Co-Trainer beim SV Meppen tätig. 1964 wurde er mit den Blau-Weißen Meister der Amateuroberliga Niedersachsen. Der Fußball-Lehrer, der als Interimscoach für FC Schalke 04 in der Bundesliga verantwortlich zeichnete, arbeitete später an der Seite von Paul Linz und Wolfgang Rolff wieder in Meppen. „Eine schöne Zeit“, erklärte er zum 100-jährigen Vereinsbestehen. Am heutigen Mittwoch wird er 85 Jahre alt.
Der im pommerschen Sabessow (heute Zabierzewo, Polen) geborene Redepenning kam über Burg (Kreis Dithmarschen) nach Kamen. Dort spielte der Sohn eines Bergmanns beim BSV Heeren. Der in Aurich stationierte Bundeswehrsoldat wechselte 1962 vom Liga-Rivalen Germania Leer zum SV Meppen. Von dort brachte Trainer Horst Witzler neben Offensivspieler Redepenning auch Martin Wessels und Karl-Heinz Seeger mit. Aus den abstiegsbedrohten Emsländern formte er ein Spitzenteam. Nach Platz sechs 1963 war die Qualifikation für die neue eingleisige Landesliga Ziel.
Doch nach fulminantem Saisonauftakt (11:1 gegen Leer) und furiosem Schlussspurt war mehr möglich: Die spielerisch starken Emsländer gewannen neun der zehn letzten Punktspiele. Sie schlugen auch Spitzenreiter Olympia Wilhelmshaven, der sechs Spieltage vor Saisonende mit sechs Zählern Vorsprung führte, dann aber fünfmal in Folge sieglos blieb. Nach 28 Spieltagen wiesen Meppen und Wilhelmshaven 42:14 Punkte auf. Das Entscheidungsspiel in Oldenburg gewann der SVM durch den Treffer von Gerd Sand 1:0. Die Emsländer waren für die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord qualifiziert. Die Niedersachsenmeisterschaft verpassten sie gegen die Amateure von Hannover 96 (3:1, 1:5). In der Aufstiegsrunde gehörte Außenbahnspieler Redepenning zu den stärksten Meppenern, die allerdings nicht so torgefährlich waren wie in der Punktspielrunde und mit 4:8 Punkten den dritten Platz hinter Raspo Harburg (10:2) und VfL Oldesloe (7:5) belegten.

Im Winter 1965 verabschiedete sich Redepenning Richtung SW Essen in die Regionalliga West. „Das war ein weiterer Schritt für mich“. Mit Witzler feierte er 1967 die Vize-Meisterschaft. In der Aufstiegsrunde verpasste Essen nur knapp hinter Borussia Neuenkirchen die Qualifikation für die Bundesliga. Ein Kreuzbandriss beendete die Karriere von Redepenning. Er erwarb sein Fußball-Lehrer-Diplom unter dem legendären Hennes Weisweiler.
1972 holte Witzler Redepenning in den Trainerstab von RW Essen, das ein Jahr später in die Bundesliga aufgestiegen ist. Als der Coach im September 1973 entlassen wurde, blieb der Co-Trainer, wechselte aber in den Nachwuchsbereich. Mit der A-Jugend stand er als Niederrheinmeister und Westdeutscher Meister im Finale um die deutsche Meisterschaft. Zum Aufgebot gehörte der spätere Nationalspieler Frank Mill. Doch gegen Schalke gab es eine 1:5-Niederlage.
Später übernahm Redepenning den Schalker Nachwuchs, bei dem er auch Olaf Thon und Michael Skibbe trainierte. Nachdem sich die Königsblauen im Bundesliga-Abstiegskampf im Mai 1981 von Fahrudin Jusufi trennten, zeichnete Redepenning zumindest am letzten Spieltag als Interims-Coach verantwortlich. S04 verlor 1:2 gegen Köln und musste den Weg in die 2. Bundesliga antreten.
Danach wechselte Redepennig wieder in den Schalker Nachwuchsbereich. Weil er neben seinem sportlichen Engagement immer einen Beruf ausübte, nahm er eine Anfrage vom MSV Duisburg nicht an. Später coachte er den VfL Rhede in der Oberliga Nordrhein. Nach einer Pause führte ihn der Weg zurück zum SV Meppen. Weil Wilfried Köther nach einer Knie-Verletzung eine Pause einlegen musste, trainierte Redepenning 1995/96 die A-Jugend. Dann wurde er Co-Trainer unter Paul Linz und Wolfgang Rolff. „Wir haben uns einmal getroffen. Der Draht war direkt gut“, erinnert sich Linz, der den sehr gewissenhaften Kollegen schätzte und mit ihm etliche Spiele beobachtet hat.
Später wurde Redepenning Scout bei Borussia Dortmund. „Das ist er oft unterwegs gewesen, auch in Südamerika und Japan“, sagt seine Frau Margit. Fußball war immer ein wichtiger Teil seines Lebens. Heute lebt Redepenning in einem Pflegeheim.




