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Der SV Meppen gratuliert: Eddy van t’Oost wird heute 80

Foto: Privat
Foto: Privat

Was kann es für einen niederländischen Fußballer spannenderes geben, als gegen die mit Weltstars gespickte Top-Mannschaft seines Heimatlandes zu spielen? Eddy van t’Oost lief 1972 mit dem SV Meppen gegen Ajax Amsterdam auf. „Das war ganz, ganz toll“, erklärt der Torwart, der am heutigen Mittwoch 80 Jahre alt wird.


Van t’Oost spielte von 1971 bis 1974 für den SV Meppen. Den 12. Juli 1973 hat er bis heute in Erinnerung. Es war der Tag, als der Regionalligist aus dem Emsland gegen den dreifachen Europapokalsieger der Landesmeister und Weltpokalsieger auflief. Im Team von Trainer George Knobel standen Nationalspieler wie Johan Cruyff, Johan Neeskens, Arie Haan, Barry Hulshoff, Wim Suurbier, Rud Krol, Gerrie Mühren, Piet Keizer. Etliche kannten die SVM-Fans vom WM-Finale 1972 gegen Deutschland. Das damalige Hindenburgstadion war mit mindestens 18.000 Zuschauern restlos ausverkauft.


Zur Pause führte Ajax durch Tore von Neesken, Johnny Rep und Hulshoff 3:0. Doch dann beklagte sich der Gast, dass weniger Amateure als vereinbart auf dem Platz stünden und drohten, nicht weiterzuspielen. Schon am Vorabend musste der SVM die Antrittsgebühr von 25.000 auf 50.000 DM verdoppeln, weil die Niederländer herausgefunden hatten, dass Meppen nicht der erwartetet Amateurverein sei, sondern ein „Halbprofiklub“ aus der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Während des Spiels bemängelte Ajax nach Erinnerung van t’Oosts, dass die Emsländer sich nicht an die Absprachen hielten. Sie bestanden darauf, so die Meppener, die zweite Hälfte der Gage sofort zu erhalten. So ging van t’Oost mit dem Präsidenten Hubert Niebuhr in die Umkleiderkabine der Amsterdamer. Gesprochen hätten sie mit Neeskens und Keiser und die Forderungen erfüllt. „Dann hat Ajax weitergemacht.“


Van t’Oost stand auch sportlich im Blickpunkt des deutsch-niederländischen Vergleichs. Er erinnert sich an eine Zeitungs-Schlagzeile samt Foto: „Der fliegende Holländer“, der nur viermal hinten sich greifen musste.


Foto: Archiv - Hans Vinke
Foto: Archiv - Hans Vinke

Der in Enschede geborene van t’Oost kam 1971 mit dem schnellen Stürmer Harry de Vlugt von GVV Eilermark ins Emsland. Erste Gespräche seien am Rande eines Amateurländerspiels geführt worden. Der Torwart, der auch die Möglichkeit hatte, zu Twente Enschede zu gehen, absolvierte Probetraining und Testspiel - und bekam ein Angebot, das er annahm. Mit ihm und Fritz Stefens verfügten die Emsländer über ein Top-Duo im Tor. Trotz eines großen personellen Umbruchs qualifizierte sich Vizemeister Meppen für die Aufstiegsrunde und kehrte als Gruppensieger vor Bergedorf 85 direkt in die Regionalliga zurück. In der Saison 1972/73 belegte er trotz des Weggangs von Spielern wie Stefens, Eberhard Strauch sowie de Vlugt zu RW Essen und Gerd Sand, der seine Karriee beendete, Platz zehn. Für van t’Oost „ein ziemlich gutes Jahr“, an dessen Abschluss die Spieler mit ihren Frauen nach Spanien reisten. Um dem Präsidenten Niebuhr daran zu erinnern, habe er auf dem Rückweg im Bus häufig das Lied „Viva Espana“ angestimmt“, schmunzelt der Torwart.


Danach ging es um die Qualifikation für die neue zweigeteilte 2. Bundesliga. Meppen hätte mindestens Vizemeister werden müssen. Die Emsländer wurden Achter und spielten 1974/75 nur noch in der dritthöchsten Liga. Weil das Unternehmen Niebuhrs, bei dem der Niederländer arbeitete, Insolvenz anmeldete, kehrte er in sein Heimatland zurück. Er hatte Kontakte zum FC Groningen, Heracles Almelo, NEC Nijmegen, entschied sich aber für Fortuna Sittard. „Das Beste, was ich damals gemacht habe.“ Denn er fand den passenden Verein und einen Arbeitsplatz in einem großen Unternehmen. Nach drei Jahren musste er nach einem Sportunfall seine fußballerische Karriere beenden, blieb aber bei Fortuna als Torwarttrainer, Teammanager der ersten und der zweiten Mannschaft, Begleiter der Schiedsrichter und der Vorstandmitglieder der Gastveeine. „Bis heute, seit 52 Jahren.“


Auf die Meppener Zeit blickt van t’Oost gerne zurück. „Wir hatten da viele Freunde.“ Kontakte gibt es immer noch. Nur der zu den ehemaligen Mitspielern ist weitgehend abgerissen. Vor Jahren hat er Hubert Hüring besucht. Hansel Cziommer und dessen Sohn Simon, der in der Eredivise gespielt hat, hat er mehrfach getroffen.


Im Meppener Stadion war van t’Oost schon lange nicht mehr. „Aber ich schaue jedes Wochenende, wie Meppen gespielt hat. Jetzt sind sie Tabellenführer.“

 

 

 
 
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