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Der SV Meppen gratuliert: Andreas Helmer wird heute 60

Foto: Hans Vinke (Archiv)
Foto: Hans Vinke (Archiv)

Er hat insgesamt zwölf Jahre für den SV Meppen gespielt. In der ewigen Einsatz-Bestenliste der Blau-Weißen steht er weit oben. In der 2. Bundesliga haben nur sechs Kicker mehr Partien auf dem Konto. „Ich habe mich in Meppen wohlgefühlt“, sagt Andreas (Arne) Helmer, der heute 60 Jahre alt wird.


Helmer kam 1991 vom VfL Osnabrück zum SVM. Der aus Hembergen stammende Spieler wechselte von Falke Saerbeck zu den Lila-Weißen. Mit deren Jugend spielte er um die Deutsche Meisterschaft, mit den Herren stieg er in die 2. Bundesliga auf, in der er bis zum Umzug nach Meppen 167 Einsätze verzeichnete. Im Emsland kamen noch 244 dazu.


„Ich hatte das Gefühl, dass ich in Osnabrück nicht mehr weiterkomme“, begründet Helmer seine Entscheidung für Meppen. Sein ehemaliger Mitspieler Lothar Gans, der selbst beim SVM aktiv war, stellte den Kontakt her. Helmer traf sich mit Präsident Wolfgang Gersmann und Manager Gerd van Zoest „irgendwo in der Nähe von Osnabrück“ unter einer Brücke. „Dann war alles schnell erledigt.“ Gersmann erklärte später, dass Helmer zu den wenigen zählte, für die der SVM eine sechsstellige Ablösesumme auf den Tisch legte. „Ich denke, dass ich mit guten Leistungen zurückgezahlt habe“, sagt Helmer, der auch im Emsland blieb, weil er hier seine Frau kennenlernte.

Im ersten Jahr musste sich der Spieler „ein bisschen umstellen“. In Osnabrück sei es schon in der Jugend etwas professioneller gewesen. Ab dem zweiten Jahr gab ihm der neue Trainer Horst Ehrmantraut einen zusätzlichen Schub. „Er stand immer voll hinter mir.“ Helmer rückte ins Mittelfeld vor, in dem er seine Stärken und die Beidfüßigkeit ausspielen konnte. Natürlich habe es auch Reibungspunkte gegeben, speziell, wenn er nach den Pausen „das eine oder andere Kilo zu viel hatte“.


In der 2. Bundesliga hatte Helmer einige Highlights mit dem SV Meppen. Das erste beim Premieren-Sieg der Emsländer an der Bremer Brücke: Im Oktober 1991 schoss der defensive Mittelfeldspieler beim 3:1 ein Tor und bereitete einen Treffer des Doppelpackers Damir Bujan vor - und führte den Lila-Weißen vor Augen, welche Qualität sie mit ihm verloren hatten. Die Derbys zwischen Meppen und Osnabrück - Helmer bestritt sieben für den VfL (4 Siege, 1 Remis, 2 Niederlagen) und sechs für den SVM (3/1/2) - seien schon wegen der guten Zuschauerzahlen etwas Besonderes gewesen.


Als weitere absolute Höhepunkte bezeichnet Helmer die zwei Siege binnen weniger Tage gegen Eintracht Frankfurt: Dem sensationellen 6:1 im DFB-Pokal im August 1996, zu dem Helmer einen Treffer beisteuerte, folgte ein 1:0-Auswärtssieg im Punktspiel. Überragend nennt er das torreichste Zweitligaspiel aller Zeiten beim 6:7 in Kaiserslautern und den 2:1-Sieg bei 1860 München im Dezember 1993, als er vor 22.000 Zuschauern in der 89. Minute den Siegtreffer erzielte und dem Gastgeber die Weihnachtsfeier verdarb.


Nach dem Abstieg 1998 verließ Helmer das Emsland. Er wollte unbedingt in die 2. Liga zurück, um seine Position als möglicher Rekordspieler der Liga zu verbessern. Er hatte Osnabrück und Münster im Visier, und entschied sich für die Preußen, weil sie die Chance auf den direkten Aufstieg hatten. Doch Münster blieb in der Regionalliga. Heute belegt Helmer mit 411 Zweitliga-Partien den siebten Rang. Ganz vorn liegen Willi Landgraf (508) und Joaquin Montanes (479).

2001 kam Helmer zum SVM zurück und wurde als Hoffnungsträger sofort Kapitän. 2002 übernahm er als Spielertrainer das Amt als Chefcoach, Frank Faltin war Co-Trainer. Trotz großer finanzieller Sorgen wurde das Ziel Aufstieg ausgegeben. Aber Meppen landete auf Platz acht. Nach nur drei Spielen der Saison 2003/04 wurde Helmer von Jens Friedemann abgelöst, blieb aber als Spieler. „Ich kann das trennen und gebe auf dem Platz 100 Prozent“, kündigte Helmer an und hielt Wort.


2005 nahm Helmer seinen Abschied. Im letzten Punktspiel gegen den BV Cloppenburg (2:1) drehte er vor 2300 Zuschauern nach der Auswechslung eine Ehrenrunde. „Als die Leute auf den Tribünen aufstanden und applaudierten, bekam ich eine Riesen-Gänsehaut", bekannte er. Für den SVM absolvierte er 342 Punktspiele. Mehr schafften nur Bernd Deters (524), Robert Thoben (474), Josef Menke (460), Hubert Hüring (451), Eckhard Vorholt (369) und Gerd Sand (358).

Helmer spielte noch für den FC Schüttorf 09. Dort sowie beim SV Holthausen Biene, beim SV Dalum und beim VfL Herzlake war er Trainer. Heute ist er noch für die Meppener Traditionself im Einsatz. „Da kommen gute Jungs zusammen, man hat gute Gespräche.“ Im Stadion schaut sich Helmer gelegentlich ein Spiel der ersten Mannschaft an und verweist auf seine gute Erfolgsquote.

 
 
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